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Schlumberger Fakten 01/2023

Aktualisiert: 10. Mai

Ausgabe 01/2023


Crashgefahr am Aktienmarkt?

Ende letzter Woche erschütterte die Insolvenz der Silicon Valley Bank (SVB) die Finanzwelt. Bankaktien verloren weltweit massiv und eine Flucht in vermeintliche Qualität ließ Staatsanleihen haussieren.

Was war passiert? Die SVB mit einer Bilanzsumme von über 200 Mrd. USD hatte fast 60% ihrer Assets in Rentenpapiere investiert, mit denen sie wegen der gestiegenen Zinsen massive Kursverluste von fast 20 Mrd. USD erlitt. Da viele der Einlagen von „Wagniskapital“-Firmen stammten, die aktuell selbst Liquidität benötigen, kam es zum Abfluss von Einlagen: Allein 27 Mrd. USD im 1. Quartal! Als dies bekannt wurde, setzte ein klassischer „Bank Run“ ein und die Bank geriet in die Insolvenz. Blitzschnell sanken die Leitzinserwartungen an die FED und manche Strategen glauben wieder an eine schnelle Zinssenkung noch in diesem Jahr. Ist das realistisch?


Finanzkrise 2.0?

Wegen der hartnäckig hohen Kerninflation ist weiter mit einem Leitzinsanstieg auf mindestens 5,5% zu rechnen. In der Vergangenheit setzte spätestens ab einem solchen Zinsniveau mit einer Zeitverzögerung von 6 bis 9 Monaten eine Rezession ein. Überdies signalisiert eine so inverse Zinsstruktur wie in den USA eine starke Wirtschaftsabschwächung. Aktuell befindet sich die US-Wirtschaft bereits in einer Stagflation. Steigende Zinsen verteuern die Refinanzierung der Unternehmen und bedrohen „Zombie“-Firmen, die nur durch die niedrigen Zinsen bisher überleben konnten. Kreditausfälle der Banken werden ergo steigen und die Finanzinstitute reduzieren bereits aus Risikoüberlegungen ihr Kreditbuch. Massiv steigende Zinsen haben bekanntlich die Finanzkrise 2008 ausgelöst. Andererseits sind Banken heute viel stärker reguliert und hohen Eigenkapitalanforderungen unterworfen. Die SVP ist weder national noch international sonderlich verflochten, so dass deren Insolvenz nicht zum Ausgangspunkt für eine erneute Finanzkrise werden sollte. Die SVP-Pleite bleibt ein lokales Kreditereignis!


Wie sieht es in Europa aus?

In Europa ist das Inflationsproblem noch virulenter als in den USA. Die hohe Kerninflation von weit über 5% scheint eher zu steigen als zu fallen. Der Pilot-Abschluss im deutschen öffentlichen Dienst mit laut Arbeitgeberangaben 11,5% Lohnerhöhung ist neben dem eklatanten Fachkräftemangel (nicht nur bei der Bundesregierung) ein weiterer Indikator für eine unmittelbar bevorstehende Lohn-Preis-Spirale. Die EZB müsste ihren Leitzins weit über die bereits eingepreisten 4% hinaus erhöhen. Dies wird jedoch auf den erbitterten Widerstand der „Club Med“-Mehrheitsfraktion in der EZB stoßen! Zurzeit helfen den Unternehmen in Europa die immer noch stark negativen Realzinsen und ihre Preisüberwälzunsspielräume. So ist das Gewinnwachstum in der noch laufenden Berichtssaison immer noch über der Nulllinie. Der warme Winter, die stark gefallenen Gaspreise und die erwartete Renaissance der chinesischen Wirtshaft nach dem Dauer-Lockdown unterstützen die deutsche Wirtschaft und ließen den deutschen Aktienmarkt Anfang des Jahres kräftig steigen. Die Gewinnrendite der Aktien (das Inverse des Kurs-Gewinn-Verhältnisses) liegt mit ca. 8% immer noch weit über den Staatsanleihezinsen von um die 3%.


Anhaltende Outperformance der europäischen Aktienmärkte

In den USA liegt die Gewinnrendite bei etwas über 5% und damit nicht weit weg von den Zinsen für kurze Staatsanleihen. Deshalb sprechen auch bekannte Strategen von einer „Todeszone“, in der sich der US-Aktienmarkt befände. Hilfreich für die Weltwirtschaft und die globalen Aktienmärkte ist neben dem Revival der chinesischen Wirtschaft die unverändert expansive Geldpolitik der japanischen Notenbank, die zumindest einem Teil der massiven Liquiditätsverknappung vor allem durch die FED, aber auch die EZB entgegenwirkt. Positiv zu erwähnen ist auch die ausgesprochen expansive Fiskalpolitik in Europa („Doppel-Wumms“ etc.) und den USA mit dem riesigen „Inflation Reduction Act“ zur Förderung alternativer Energien.


Fazit

Nach heutigem Stand ist die Pleite der SVB-Bank nicht in der Lage, eine erneute Finanzkrise und einen damit verbundenen Aktiencrash auszulösen. Die Stagflation in Europa und den USA lässt die Gewinne der Unternehmen bestenfalls stagnieren. Die Aktienmärkte haben überdies unter einem insgesamt hohen Liquiditätsentzug der Zentralbanken zu leiden. Alles in allem lässt dies auch stagnierende Aktienmärkte erwarten mit dem Risiko zumindest temporärer Kursrücksetzer. Dies ermöglicht antizyklisch geprägten Investoren günstige Einstiegsgelegenheiten – nicht nur im Finanzsektor!


Manfred Schlumberger



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